Auf Anfang zurück...
Grundlegendes....
Nach meinem Crash mit dem Polo stand vieles in Frage, nur eines nicht & zwar, ob die Maschine wieder aufgebaut werden soll. Darin bestanden nie die
geringsten Zweifel & so machte ich mich nur zwei Tage nach dem Crash auf die Suche nach Rahmen, Gabeln & allem anderen, was ich noch brauchte. Dank
des Shadowforums habe ich schnell Kontakt zu anderen Shadowtreibern  bekommen, die mich herzlich aufnahmen & mir sehr schnell geholfen haben. An
dieser Stelle also noch mal ein DANKE an alle "aus dem besten Forum wo  gibt!!"
Im Wandel der Zeit:
Der Rahmen des neuen Bikes lag jetzt schon Wochen in meiner Halle & auch so manch anderes Teil lag schon bereit. Ganz wichtig zu erwähnen, dass auch
die Maschine darauf wartete endlich zerlegt zu werden, doch durch meinen gebrochenen Arm kam ich Anfangs nicht einen Schritt vorwärts. Durch meine
täglichen Besuche im Shadow-Forum fand ich erstmal die Ablenkung, die ich brauchte. Nach einigen Wochen stand für mich fest, eine Avus Galaxy wie
vorher wird es nicht geben. Wie genau ich sie neu aufbauen wollte, wusste ich selber noch nicht genau. Zu viele Ideen kreisten in meinem Kopf, so dass
diese niemals an nur einem Bike umgesetzt werden könnten. Der Stil allerdings sollte beibehalten werden, breit, flach & fett. Nach mehreren Besuchen der
Galerie im Forum freundete ich mich immer mehr mit dem mitschwingendem Heck, dem so genannten  "BobberStyle" an. ... doch dazu weiter unten mehr.
Neues Heim, neues Glück?
Unsere Bastelhalle war an & für sich ein super Teil, jedoch gab es einen Haken. Wir waren nur inoffiziell Mieter. Unser Vermieter suchte wie verrückt eine
Gelegenheit einen gewerblichen Mieter zu bekommen, der ihm natürlich auch richtig fett Miete zahlen konnte. Dadurch war bei uns immer großes Bangen
angesagt, denn wir könnten jeden Tag rausfliegen. Doch eines Tages kam ein Kumpel an und sagte, dass er & die anderen "Bad Boy's" (selbst Autotuner &
gute Freunde von uns) eine neue Schrauberhalle gefunden hätten, aber sie noch zwei Mitmieter gebrauchen könnten. Einen Tag später fuhren wir los, um
uns das gute Stück mal anzusehen. Gute Lage, von der Hauptstraße nicht einsehbar & Industriegebiet. "Lärm könnt ihr ruhig machen, das stört nicht"
sagte der neue Vermieter. & da der gute Mann langfristige Mieter suchte, schlugen wir zu. Zusammen mit den " Bad Boy's" zogen wir also ein.  Schnell
organisierten wir Isolierungsmaterial, Tische, Kühlschrank usw.. Der Kühlschrank hatte übrigens Priorität 1(wer mag schon warmes Bier?). Als Nr. 2 folgte
ein Sofa.
Komm' ich heut nicht.....
Die neue Bleibe war also gesichert & ich konnte es nicht mehr abwarten loszulegen. Doch alles schien sich endlos hinzuziehen & es juckte dermaßen in den
Fingern, dass ich tagelang nur noch im Netz nach Teilen für meinen Neuaufbau suchte. Etliche Listen mit Teilen, Preisen usw. habe ich erstellt. Immer
wieder durchgerechnet & nachkalkuliert. Doch machen konnte ich..... immer noch nichts. Wie gelähmt kam ich mir teilweise vor. Aus langer weile begann ich
einen neuen Namen für mein neues Projekt zu suchen. Hierbei besann ich mich auf die Anfänge zurück, als ich vorhatte ein Bike mit boshafter, dunkler
Optik zu bauen. So entstand schon damals im Hinterkopf der Gedanke zur Dark Symphony. Der Projektname war gefunden.
Auf die Plätze, fertig.....LOS!
Der Crash war nun 6 Wochen her &  ich durfte endlich den Gips abnehmen. Das Handgelenk hat gerade am Anfang noch sehr geschmerzt & war nicht ein
bisschen belastbar. Nach einigen Tagen konnte ich schon schmerzfrei wieder ne Bierpulle halten. Geht doch, langsam aber sicher geht`s bergauf. Noch ein
paar Tage später war ich soweit, dass ich schon vorsichtig die Flex halten konnte. Das wurde ja auch langsam Zeit, denn am Rahmen gab es viel zu tun. Das
Projekt Dark Symphony  konnte nun für mich also auch praktisch beginnen. Nachdem wir auch die Überführungsfahrt ins neue Heim hinter uns gebracht
hatten, konnte ich nun auch endlich beginnen, die Karre zu demontieren.
Aller Anfang.....
Anfangs war alles noch sehr chaotisch, da wir noch keine Regale & son Zeug hatten. Und direkt nach dem Einzug wurde uns mitgeteilt, dass die anderen
schon wieder gekündigt hatten & wir somit auch schon wieder praktisch mit dem ganzen Geraffel auf der Straße saßen. Doch mit mal wieder mehr Glück als
Verstand haben wir auch diese Hürde genommen & konnten im neuen Domizil bleiben. Ich begann also den neuen Rahmen vorzubereiten, sodass dieser als
erstes wieder zum schweißen & anschließend zum beschichten gehen könnte.
Mühlen der Justiz
Zwischendurch erhielt ich immer wieder mal Post von meinem Rechtsanwalt. Und während ich gedanklich schon wieder voll mit dem Neuaufbau beschäftigt
war, fiel der große Hammer. Die gegnerische Versicherung wollte mir die Überreste meiner Karre für lumpige 990 Euro abkaufen. Das heißt eher gesagt,
ich sollte sie über die Versicherung an einen Unfall-Händler verticken. Und würde ich dem nicht zustimmen, würde mir dieser Betrag zzgl.
Anmeldegebühren & schnick & schnack (jetzt schon 1201 Euro) abziehen. Das Schlimme an der Sache ist nur, dass die Versicherung das ganz legal tun
kann. Diese seltsame Summe wurde übrigens im Netz bei Auto online ermittelt. So ein Blödsinn, die Karre ist doch trotz allem viel mehr wert, die
Arschlöcher haben ja keine Ahnung.
Das ganze wird allerdings hinfällig, wenn die Karre nach Erstellung des Gutachtens verkauft worden ist........ohne Worte ;)
Letztendlich Frage ich mich auch: wieso wieder Anmeldegebühren???? ist doch ein Totalschaden, der Rahmen darf doch nicht mehr gefahren, bzw.
angemeldet werden!!!???? In diesem Sinne noch mal mein Gruß an die Concordia Versicherung: FICKT EUCH!
Weiter geht´s ....
Unter dem Motto, "ich scheiß auf euch!!!" ließ ich die Versicherung dann wieder Versicherung sein & kümmerte mich weiter um meinen SCHATZ. Die für
den Rahmenumbau benötigten Teile drehte & fräste ich nach Feierabend in meiner Firma. Alles lief plötzlich wie am Schnürchen. Das Schicksal schien es
endlich mal  gut mit mir zu meinen. Naja, kurz darauf überkam mich der nächste Schreck. Als ich eines abends schön dabei war meinen Rahmen für die
Schweißarbeiten vorzubereiten, fiel mir auf, dass die hintere Strebe auf der rechten Seite irgendwie optisch nicht zu der Strebe passte, die in meinem
alten Rahmen war. Zuerst sah es so aus, als hätte jemand ein altes Stück Restrohr hineingebraten, nach etwas anschleifen & prokeln sah es dann eher wie
ein eingeklebtes Reststück aus. Und eine bröselige rote Substanz platzte mir entgegen.  Mein Herz rutschte in Rekordzeit in meine Hose. Scheiße dachte
ich, da biste beim Kauf total beschissen worden. Du Idiot hast nen kaputten Rahmen gekauft, um einen kaputten Rahmen zu ersetzen. Schöne
Scheiße!!!!Nachdem die Hose trocken & wieder gelüftet war, sah ich genauer hin & nach weiterem abschleifen stellte ich fest, dass die Soziusrasten so
unprofessionell entfernt worden waren, dass der Künstler einfach eine halbe Tonne Modelliermasse auf den Rahmen geschmiert hatte. Glück gehabt!!!! Hat
zwar ein Weilchen gedauert, bis ich alles wieder "schön" zurecht geschliffen hatte, doch war wenigstens alles mit dem Rahmen in Ordnung.
Feuer & Flamme....
Endlich war alles für die Schweißarbeiten vorbereitet & ich konnte es kaum erwarten, zu der Schlosserei meines Vertrauen zu fahren, um alle
Rahmenarbeiten abschließen zu können. Wie immer für Lau wurden mir die Buchsen, der Lenkanschlag & die Seitenständergrundplatte angeschweißt. Im
grellen Schein des Feuers nahm der Rahmen Stück für Stück die gleiche Gestalt an, wie mein erster Rahmen. Das alles wie beim ersten mal, schnell &
sauber (hier nochmals Dankeschön!). Bevor der Rahmen jetzt zum Beschichten gehen sollte, bohrte ich noch die Kabeldurchführung für den
Seitenständerschalter in den Rahmen & vergrößerte die Federbeinaufnahmebohrungen von 10,5mm auf 12,5mm. Zum Schluss schlug ich noch die
Lenkkopflagerschalten aus, da diese später durch Kegelrollenlager ersetzt werden sollten. Dann hieß es vorerst Abschied nehmen, denn der Rahmen ging
auf die lange Reise zum Pulverbeschichten. Gleichzeitig ging auch der Tank auf Reisen. Er musste ja ausgebeult & die Undichtigkeit beseitigt werden.
Nich lang snacken....!
Nachdem der Rahmen geschweißt & beim Beschichter war, widmeten Torsten & ich uns dann erst einmal wieder dem weiteren Ausbau unserer neuen
Werkstatt. Werkbänke wurden eingeräumt, Schraubenregale an der Wand montiert & die Betriebsmittel ordentlich sortiert. Inzwischen war auch wieder
ein wenig Geld da, welches ich gleich bei Gerd von SL- Custombike  anlegte. So orderte ich also gleich wieder die fette Gabelbrücke, nen neuen Auspuff
(KO2), neue Riser( 2"), nen Flyer Boy Lenker, einen neuen Kellermannblinker & progressive Gabelfedern von Wilbers. Nun wieder Pleite, aber glücklich,
begann ich dann auch die neuen Gabelfedern zu zerlegen & für das Verchromen vorzubereiten. Ebenfalls zerlegte ich den neuen Bremssattel, um ihn für
die Lackierarbeiten vorzubereiten.  Den alten Bremssattel zerlegte ich ebenfalls & konnte im Gegensatz zur Aussage des Gutachters aber keinen Schaden,
außer den verschliffenen Bremsbelägen feststellen. Kurzerhand beschloss ich also den alten bereits lackierten & intakten Bremssattel lediglich zu reinigen
& ihm neue Bremsbeläge zu spendieren. Der neue Bremssattel wurde als Teilespender eingelagert. Der Tank schien das größte Problem zu sein, da auch
unser Schrauber Volker das Leck nicht ausmachen konnte. Ziemlich ratlos & leicht nervös wandte ich mich erneut an Gerd. Er sagte nur:" schick ma her,
ich mach das schon, kein Problem!". Also packte ich den Tank in einen Karton & er nahm die lange Reise ins ferne Bayern auf sich. Und weil er eh schon mal
da war, bekam Gerd gleich noch den Auftrag einen Pop-Up-Tankdeckel einzubauen.
Überbrückung...
Während ich auf die bei Gerd bestellten Teile & meinen Tank & Rahmen wartete, begann ich die Reste der Galaxy zu zerlegen. Alle Teile wurden dann
nochmal gereinigt (nach nur 317 km nicht wirklich nötig, aber was soll´s!). Der Motor sollte ja eigentlich zerlegt & wieder lackiert werden, doch irgendwie
hatte mich die tiefe Winterdepression erwischt & wochenlang passierte erst einmal gar nichts.
Irgendwann entschloss ich mich dann doch den Motor wirklich komplett zu zerlegen & zum Pulverbeschichten zu geben. Die ganze Vorbereitung dafür war
eigentlich nicht soo viel Arbeit, doch wieder einmal überkam mich eine Null-Bock-Phase & selbst diese Aktion zog sich elendig wie Kaugummi ( & die Story
vom Neuaufbau )dahin. Also gut, der Motor war schon mal weg, plötzlich gings innerlich auch wieder aufwärts & ich bereitet schon mal wieder den
Bremszylinder, die neuen (frisch verchromten) Federbeine & etlichen Kleinkram vor. Als wäre ich aus dem Koma erwacht spürte ich plötzlich wieder diesen
Drang, den Bock unbedingt wieder zum laufen kriegen zu müssen.
Biste Plääet !?
Wie schon Anfangs erläutert, hatte ich gleich zu Anfang der Wiederaufbauarbeiten die Idee zur Dark Symphony, was jetzt noch nicht stimmte, war die
Farbe. Vielleicht hältst Du mich ja für bekloppt, doch der Flip Flop Lack sah zwar ganz gut aus & war zudem noch perfekt lackiert, trotzdem hatte ich
nicht dieses feeling (ist blöd zu beschreiben), dass das DER LACK  für mich ist.
Also kam es so, wie es kommen musste. Ich fuhr zu Andre, meinem Lackierer, & sagte ihm, dass ich "schwarz" sehe. "Wie schwarz?" "Naja," sagte ich, "ich
sehe schwarz!"...."nicht wirklich glücklich über meine Entscheidung sagte er: Mhh, ist deine Entscheidung, was denn fürn' schwarz?"  "Ja wie, was denn
für'n schwarz!? Ääähh, schwarzes schwarz halt!" mehr viel mir dazu nicht ein. "BMW hat ein schönes schwarz..." sagte Andre dann. "Ok, gekauft!"
erwiderte ich. " Hat auch nen schönen Glitzereffekt in der Sonne" "Nee, nich son' Scheiß, ich will was ohne Firlefanz!" "Also nur... schwarz...?"
"RICHTIG!!", jetzt war mir klar, dass wir uns verstehen. "Ja gut...", sagte Andre "...da hab ich die richtige Farbe für dich.... tief schwarz, heißt sogar auf
der Farbkarte so."  Na siehste, geht doch! Nun denn: schmirgel runter den Flip-Flop-Kram & beeile dich mal ein bisschen!
Inzwischen....
Der Motor war fertig Pulverbeschichtet & ich konnte die Zylinder- & Kurbelgehäuseteile endlich abholen. Beim Vorbereiten der Teile für den
Zusammenbau dann der Schock: die Beschichtung bröselt wieder ab! Nach einigen geplänkel mit dem Beschichter hatte ich dann die Schnauze voll &
entschloss mich den Motor nochmals sandstrahlen zu lassen & anschließend in die treusorgenden Hände von Andre zu übergeben, um ihn ebenfalls in
schwarz lackieren zu lassen. Die Motorteile waren auch die ersten, die ich vom lackieren wieder bekommen hatte. So konnten Torsten & ich beginnen alles
wieder zusammenzubauen. Klar sind wir beide Mechaniker mit einiger Erfahrung, doch hat es uns schon gewundert, dass wir das Getriebe so schnell &
einfach wieder zusammenbekommen haben. Lag wahrscheinlich am Bier! (Danke KöPi!)
Ruck zuck!
Der Motor war endlich komplettiert & so konnten wir losschlagen! An einem Dienstag nach Feierabend trafen Torsten & ich uns um 16.00 Uhr in unserer
Werkstatt. Am Abend stand die Karre schon wieder auf den eigenen Reifen & ähnelte etwas, was mal ein Chopper werden würde. Am nächsten Tag kämpfte
Torsten mit der Elektrik (inzwischen gab es 5 verschiedene Stände an selbst gemalten Schaltplänen) & ich widmete mich den Betriebsflüssigkeiten,
Fußrasten, Auspuff usw. Abends war dann alles geschafft & der große Moment stand bevor. Natürlich musste beim Startversuch die Batterie trotz
nächtelangem Ladens versagen. Unser Kumpel Klitschlo half mit einer riesigen PKW- Batterie aus (Danke auch hier noch mal!). Nach vielem
blub........blub.......blub sprang der Motor an & mir lief ein kalter Schatten den Rücken hinunter. Meine Kleine lebte wieder.
Abschlussarbeiten
Nachdem ich dann auf dem Garagenhof vor unserer Werkstatt ein vorwärts gefahren war, stellte sich heraus, dass auch das Getriebe sauberst
funktionierte. Wir machten die Karre also TÜV-fertig, schnallten die Kleine auf einen Anhänger & machten uns vormittags auf zum Kittelträger. Dem
Prüfer gefiel, was er da sah & scheinbar war er ganz heiß drauf die Proberunde damit zu drehen. Alles lief perfekt. Er lobte die geleistete Arbeit am Bock
& hatte die ganze Zeit ein wahnsinniges Grinsen im Gesicht. Er fragte nach dem ungefähren Zeitaufwand unserer Arbeiten & sagte anschließend, die
Eintragungen sein alle kein Problem, der Heckumbau Ok, dann fehlt also nur noch die AU. Gut, was soll ich dazu erzählen, 4,5 dürfte sie als Co2 Wert
haben, 9,9 hat sein Apparat angezeigt, naja, die Anzeige ging nur bis 9,9.
Jaaa, sagte der nette Mann, da müssen wir uns wohl noch mal wieder sehen.....
Nach einem weiteren Versuch gelang es mir schließlich, die AU zu bestehen (ein falscher Düsensatz im Vergaser war Schuld an der Verzögerung).
Aber egal, was alles dazwischen gekommen ist....sie läuft wieder!
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